Nie mehr die Milch vergessen: DER Aufgabenplaner

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Ich gebe es zu: Ich bin hochgradig Laktose-tolerant. Soll heißen, ich brauche täglich meine Milch aus Tüten. Von daher ist Milch zu kaufen so ziemlich das Einzige, das ich nie vergesse.

Aber abgesehen davon bin ich ohne einen Aufgabenplaner praktisch aufgeschmissen. Und davon gibt es jede Menge, aber kaum einen so simplen, vielseitigen und praktischen wie “Remember The Milk”.

Die Webapp hat in den sechs Jahren seit ihrer Veröffentlichung inzwischen für die Online-Aufgabenverwaltung einen ähnlichen Stellenwert erlangt wie Evernote für Notizen oder Twitter für den Kommunikations-Überdruck.

Vom Milch kaufen abgesehen bin ich ziemlich vergesslich. Von daher funktioniere ich praktisch nur mit einem Aufgabenplaner An sich kein Problem, es gibt ja genügend. Und ich habe, nachdem in den 90ern das gute alte Time System – Statussymbol – Ringbuch endgültig im Müll landete, jede Menge davon probiert. Nach Pocket PC und Palm Pilot (die Aufgabe “Palm Pilot nicht im Flugzeug vergessen” stand leider nicht auf seiner Liste)  kam die PC-Software: MS Outlook, Mozilla Thunderbird mit Lightning, Google Calendar und noch einige, an deren Namen ich mich gar nicht mehr erinnere. Wie gesagt, ich bin vergesslich. So sehr, dass ich meist auch nicht daran denke, im Aufgabenplaner zu schauen, was ich vergessen habe.

Das Problem ist also nicht nur, anstehende Aufgaben zu formulieren und in eine Liste einzutragen. Das kriege ich zur Not auch mit einem Stück Papier hin. Ich muss immer und überall erinnert werden. Und da ist die Anti-Milchvergesser-Webapp australischen Ursprungs (es gibt aber auch eine deutsche Oberfläche) genau das Richtige.

Remember the Milk

Zugegeben, eine aufregende Benutzeroberfläche sieht anders aus. Aber man gewöhnt sich schnell an das minimalistische Design.

Zunächst einmal: Das Programm (genauer: der Dienst) ist kostenlos. Es braucht nur eine einmalige Registrierung mit der üblichen Anmeldebestätigung per E-Mail. Nutzer eines Google-Accounts können sich mit einem simplen Mausklick alternativ auch über den anmelden. Nur, wer ein paar Extras haben möchte (wie zum Beispiel die Android-App), braucht ein Upgrade auf die Pro-Version. Kostenpunkt: 25 US$ pro Jahr. Das sind derzeit rund 17 Euro, also knapp 5 Cent pro Tag oder etwa ein dreiviertel Liter Milch pro Woche (die billige H-Milch vom Discounter).

Was RTM so besonders macht: Neben der eher schlichten Weboberfläche gibt’s eine ganze Reihe von Besonderheiten und Gadgets, viele auch in der kostenlosen Version. Ein paar Beispiele (alle nebst Anleitung zu finden über das RTM-Hauptmenü und den Link “Dienste”):


Schade: Während die iPhone-App von RTM kostenlos ist, gibt's die Android-Version derzeit nur für Pro-Nutzer.

  • Aufgaben per E-Mail an eine spezielle Adresse (wird bei Anmeldung zugeteilt) eintragen
  • Fälligkeitserinnerung per Mail, Instant Messenger oder SMS
  • Verbindung mit Google Calendar
  • Unterstützung von Google Maps (wenn ich schon mal hier bin, kann ich doch auch gleich…)
  • Iphone- und Ipad-Apps (plus verbesserte Versionen für RTM Pro)
  • Version für mobile Browser (m.rememberthemilk.com)
  • Ein Bookmarklet für alle Browser zum schnellen Eintragen von Aufgaben
  • Per Twitter Aufgaben anlegen, verwalten und Erinnerungen erhalten
  • iGoogle-Gadget für die Browser-Startseite
  • Erinnerungen per Newsfeed
  • Synchronisation mit Windows mobile (RTM Pro)
  • Android-App (nur RTM Pro, 15 Tage Test kostenlos)
  • MS-Outlook-Synchronisation (RTM Pro)

Während das Eintippen einer Aufgabe noch ganz simpel ist, zeigen sich bei den Details doch ein paar Besonderheiten. So sucht man etwa den üblichen grafischen Kalender zur Bestimmung des Fälligkeitsdatums vergebens. Das wird statt dessen in ein Textfeld getippt. Der Clou: Außer direkten Datumsangaben versteht RTM eine ganze Reihe von Klartext-Begriffen. Einfach mal “in 2 Tagen”, “morgen” oder “nächsten Montag” ausprobieren. Klappt alles. Auch sehr nett, weil zwar simpel, aber in anderen Aufgabenplanern vergeblich gesucht: Ein einfacher Klick auf “Aufschieben” setzt das Fälligkeitsdatum einen Tag hoch.

Und weil es sich in Zeiten von Web 2.0 und dem beginnenden Leben in der Wolke so gehört: Einzelne Aufgaben oder ganze Listen lassen sich durch simples Freigeben mit anderen RTM-Nutzern gemeinsam nutzen.

Auch in Web-Applikationen nicht alltäglich: Ist eine (oder mehrere) Aufgabe(n) markiert, lassen sich fast alle Aktionen per Tastenkürzel durchführen. Die sind auf den sehr guten Hilfsseiten aufgelistet, die leider wie auch die FAQ  noch komplett in englischer Sprache gehalten sind.

>>> Zum Online-Terminplaner “Remember the Milk” <<<

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